Der Donner traf Thornfield Hall, als ich die Schwelle überschritt. Die hohen Scheiben im Marmorfoyer zitterten in ihren Bleifassungen; Regen lief über das Glas in schmalen, schrägen Bahnen. Hinter mir lagen die Auffahrt und die eisernen Tore, jenseits davon eine Straße, die das Wasser bereits in braune, bewegte Streifen zerschnitt.
Ich trat auf das schwarzweiße Marmormuster. Feuchtigkeit sammelte sich an den Sohlen und machte den Stein glatt. Der schwere Mantel zog an den Schultern. Neben der Tür stand ein Messingständer voller Schirme; darunter glänzte ein flacher Halbkreis aus Regenwasser. Eine Uhr an der Ostwand hielt ihren Takt gegen das Wetter. Jeder Schlag des Pendels blieb hörbar, bis der nächste Donner ihn überdeckte.
Der Butler stand am Fuß der Treppe. Er strich mit dem Daumen über den Rand seiner weißen Manschette und ließ die Hand sinken, als mein Blick dort verweilte.
„Sie sind der Detektiv“, sagte er.
„Das scheint sich herumgesprochen zu haben.“
„Im Salon wartet der Inspektor.“ Seine Stimme blieb eben. „Der Hausherr ist tot.“
Ich öffnete das kleine Lederbuch, ohne den Stift anzusetzen. Der Butler sah auf die leere Seite, nicht auf mein Gesicht. Hinter ihm führte die Treppe zum Gästezimmerflügel; eine weitere Tür stand offen zum Arbeitszimmer des Lords. Aus keiner der beiden Richtungen kam ein Laut. Die Stille zwischen den entfernten Räumen wirkte sorgfältig, doch der Regen drängte durch jede Fuge, als wolle er sie füllen.
„Und die anderen Gäste?“ fragte ich.
„Im Hause.“ Er richtete einen Manschettenknopf, obwohl er bereits saß. „Wo sie hingehören.“
Die Vordertür fiel hinter mir ins Schloss. Ein zweiter Donnerschlag ließ die Flamme im Kronleuchter zittern. Ich blieb im Foyer, zwischen der Treppe und den geschlossenen Außentüren; der Salon lag jenseits der Doppeltüren am Ende des Korridors.